Gebiete zur Erhaltung und Entwicklung eines hohen Grünlandanteils
Niederungen und Überschwemmungsbereiche - standortangepasste landwirtschaftliche Produktion
In den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis der Landwirtschaft im BNatSchG ist u. a. definiert, dass in Überschwemmungsgebieten sowie auf Standorten mit hohem Grundwasserstand der Grünlandumbruch zu unterlassen ist.
In einzelnen Niederungen im Kreisgebiet ist in der Vergangenheit – tlw. bereits vor der Erstaufstellung des LRP – der Grünlandanteil stark zurückgegangen. Der Vergleich zum Grünlandbestand bei der Erstaufstellung 1995 ist im Kapitel Arten und Biotope dokumentiert.
Zur Erhaltung der großen, zusammenhängenden Grünlandgebiete, zur Herstellung des Biotopverbundes, zur Pufferung von schutzwürdigen Bereichen sowie zur Sicherung von kurz geschlossenen Wasser- und Stoffkreisläufen ist das vorhandene Grünland zu sichern und der Grünlandanteil zu erhöhen.
In der nachfolgenden Tabelle sind die von den Landwirten zu ergreifenden Maßnahmen zur standortangepassten landwirtschaftlichen Produktion auf Grünland in Niederungen und Überschwemmungsgebieten aufgelistet, erläutert und räumlichen Schwerpunkten zugeordnet.
Maßnahme |
Erläuterung |
Räumlicher Schwerpunkt |
standortangepasste landwirtschaftliche Produktion in
Niederungen und Überschwemmungs- |
Erhaltung des vorhandenen Grünlandes, kein Umbruch von Grünland, keine Vertiefung der Entwässerungsgräben, keine Drainage, extensive Nutzung des Grünlandes, bei Hochwassergefahr (insbes. von Anfang Februar bis Mitte April) keine Düngung und Gülleausbringung, da Düngeraufnahme des Bodens ca. 3 – 4 Tage dauert, Anlage von breiten Gewässerrandstreifen an den Entwässerungsgräben, keine Verwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln unmittelbar an einem Gewässer (§ 95 Abs. 3 NWG auch für die Gewässer III. Ordnung sowie für Stillgewässer) |
Zevener Geest (634) Walle- und Beekeniederung Wümmeniederung (631) Wümmeniederung, Achimer Bruch Achim-Verdener-Geest (630) Bereich zwischen Achim und Bassen, Gohbachniederung, Lehrdeniederung, Drommelbeekniederung Verdener Wesertal (620) Weserniederung von Etelsen bis Achim/Riede, im Bereich Alte Aller, von Dauelsen bis Langwedel und Bereich Oiste/südl. Blender, Aller-/Weserniederung von Ahnebergen bis Langwedel Thedinghäuser Vorgeest (621) Bereich südl./westl. Thedinghausen, Bereich nordwestl. Emtinghausen, Niederung Süstedter Bach und Bahlum, Eyterniederung, Bereich südl. Morsum Aller-Talsandebene (627) Allerniederung von Kreisgrenze bis Ahnebergen, Stedorfer Bruch und Dörverdener Wiesen, Niederung Haßberger Hauptgraben
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Erhöhung des Grünlandanteils durch Umwandlung von Ackerflächen zu Grünland, bei Hochwassergefahr (insbes. von Anfang Februar bis Mitte April) keine Düngung und Gülleausbringung, da die Düngeraufnahme des Bodens ca. 3 – 4 Tage dauert, Anlage von Gewässerrandstreifen mit extensiv genutztem Grünland (Breite 10 bis 50 m) |
Achim-Verdener-Geest (630) Scheefmoorniederung, nördl. Ottersberger Moor, Berkelsmoorgraben Verdener Wesertal (620) Weserniederung Verden – Etelsen, Polder Schleuse Dörverden Aller-Talsandebene (627) Polder Otersen, Wittloher Kanal Achim-Verdener-Geest (630) südl. Kiebitzmoor, nördl. Völkersen, nördl. Förth
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